Bella Loxtercamp auf deutschen Spuren

Freuen sich auf den gemeinsamen Videocall mit den Großeltern von Bella in den USA, Petra (links) und Joachim Kummrow (rechts).

Wir müssen es zugeben: Seit 1997 pflegen wir – die Geschwister Petra und Joachim Kummrow – vor allem über Facebook die Kontakte zu den weit versprengten Kummrow-Nachfahren in den USA. Geschafft, sie zu besuchen, haben wir bisher noch nicht. Um so mehr hat uns gefreut, dass sie eine sympathische Vorhut geschickt haben: Bella Loxtercamp, Enkelin derer, mit denen wir ganz zuerst Kontakt fanden. Wir, die Kummrows in Westfalen, hatten drei großartige Tage Freude mit Bella, wir besuchten ein Orchester-Konzept und eine Picasso-Ausstellung und fast alle unsere Kinder und Enkel. So haben wir Bella emotional baden lassen – in unserer kleinen Kummrow-Familie in Deutschland. Unsere Türen sind jederzeit offen für Dich, Bella. Und trage Grüße an die große Familie in und um Minnesota.  Petra und Joachim

Bellas Impressionen: Eine neue Familie in Deutschland (übersetzt aus dem englischen)

Als ich zum ersten Mal von Joachim und Petra hörte, besuchte ich die Mittelstufe und nahm an einem Deutschkurs teil. Meine Oma schlug mir vor, mich über den Facebook Messenger bei ihnen zu melden, um mein Deutsch zu üben. Ich erinnere mich, dass wir ein wenig hin und her geschrieben , dann aber den Kontakt verloren haben. Fünf Jahre nach einer wegen Corona abgesagten Europareise im Jahr 2021 schaffte ich es endlich in die Stadt Halle in Nordrhein-Westfalen. Das war Teil einer größeren, achtmonatigen Europareise. Zu Beginn dieser Reise erzählte ich allen, dass ich diesen „Verwandten“ treffen würde, von dem ich ziemlich sicher war, dass er mit mir verwandt war, mir aber nicht ganz sicher war, und ich wusste nicht genau, was wir unternehmen würden, aber wahrscheinlich würden wir uns in der Stadt umsehen. Was ich bekam, war so viel mehr.

In den nächsten drei Tagen besuchten wir ein fantastisches Konzert des WDR-Funkhausorchesters unter dem Motto „Disco & Pride“ in Bielefeld, tauschten ein Rezept für Kartoffelpuffer gegen eines für Erdnussbutter-Schokoladenkekse aus, besuchten eine Picasso-Ausstellung in einem Museum, spielten eine klassische Runde „Skipbo“ nach (übrigens deutscher wie amerikanischer) Kummrow-Art und erkundeten die Freiwillige Feuerwehr in Halle. Sie nahmen mich mit in so viele der umliegenden Dörfer, zeigten mir Werther, Halle, Bielefeld und andere Orte, deren Namen ich gerade nicht mehr erinnern kann. Ich lernte verschiedene Lebensweisen kennen – in der Stadt, auf dem Land, in alten und in neueren Häusern. Ich erfuhr etwas über den Denkmalschutz alter Gebäude und Kirchen. Ich sah Fotos der deutschen Kummrows und erfuhr von unserer direkten Verbindung zu Zwillip in Pommern.

Ich habe die meisten Kinder und Enkelkinder von Joachim und Gabi kennengelernt, ebenso wie Petra und ihre Kinder und Enkelinnen. Die ganze Familie hat mir eine unglaubliche Großzügigkeit und Gastfreundschaft entgegengebracht. Ich bin so dankbar, dass ich diese Zeit hier verbringen durfte.

Auf meiner Reise habe ich schon viele Menschen kennengelernt. Manchmal vergaß ich fast, dass es sich dabei nicht nur um coole Leute handelte, die ich getroffen hatte und mit denen ich Zeit verbrachte, sondern auch um Verwandte. Mehrmals sah ich den Namen Kummrow am Briefschlitz oder an der Tür, in einer Broschüre über ein altes Haus, das Joachim gehört, oder auf dem Firmenschild seiner Immobilienfirma, und jedes Mal versetzte mir das einen kleinen Schock. Am letzten Tag haben wir meine Oma Vicky sowie Loretta und Tom Kummrow per Videoanruf angerufen. Zu sehen, wie selbstverständlich und vertraut meine alte und meine neue Familie miteinander umgingen, das war eine echt surreale Erfahrung. Ganz gleich, ob oder wie wir blutsverwandt sind – ich habe das Gefühl, an diesem Wochenende eine Familie in Deutschland dazugewonnen zu haben.

Beeindruckt hat mich, ein Foto von Joachims und Petras Onkel Fritz. Es war, als würde ich meinen Großonkel Joe und meinen Großonkel Gene betrachten. Da wurde es mir plötzlich klar: Ich bin um die ganze Welt gereist, um Menschen zu treffen, die entfernt mit mir verwandt sind; sie kennen mich nicht und ich kenne sie nicht, aber sie nehmen mich mit so viel Liebe und Begeisterung in ihre Häuser und Herzen auf – und das alles nur, weil wir denselben Nachnamen tragen.

Das ist etwas so Beeindruckendes, und ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, wie glücklich und gesegnet ich mich fühle, mit den deutschen Kummrows in Kontakt zu treten und darüber hinaus eine Brücke zwischen den deutschen und den US-amerikanischen Kummrows zu schlagen. Ich freue mich schon riesig darauf, sie eines Tages in Minnesota begrüßen zu dürfen und unsere Beziehungen weiter zu pflegen, während die Kummrows auf beiden Seiten des Ozeans weiter wachsen.

Mit lieben Grüßen Eure Bella Loxtercamp

 

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