Er ließ sich zu einer Brieffreundin nach Bochum entlassen und arbeitete danach ein halbes Jahr als Bergmann unter Tage in Bochum. Zum Hamstern (die Stadtbevölkerung mußte in den Nachkriegsjahren aufs Land fahren, um Lebensmittel zu erbetteln oder gegen Seife o.ä. einzutauschen) besuchte er Ostern 1946 seinen ehemaligen Nachbarn Fritz Varchmin, der bei dem Bauern Karl Seuster in Siedinghausen bei Bockhorst untergekommen war. Seuster, wie Bürgermeister Rudolf Frieling im Gemeinderat von Bockhorst, vermittelte Fritz Kummrow als Großknecht zu dem Bauern Rudolf Frieling in Bockhorst (Westfalen).
1948, kurz nach der Währungsreform, ging Fritz Kummrow in seinen alten Beruf zurück - der stets sparsame Rudolf Frieling meinte nur "Jetzt kann ich sie nicht mehr bezahlen". Er begann in einer englischen Autowerkstatt auf dem Senneflugplatz. Dann ging er zum Kunstschmied Florian Bogdanow in der Herforder Straße 18 in Bielefeld. "Da mußte ich noch zwei Jahre nachlernen", erinnert sich Fritz Kummrow. Da mir der Job Spaß machte, habe ich gepfiffen. Da kam der Chef und meinte nur 'Hier wird nicht gepfiffen, da müssen Sie sich eine neue Arbeit suchen'". Bogdanow wanderte aus nach Kanada, da übernahm Fritz Kummrow im Oktober 1951 als Geschäftsführer den Laden und machte sich am 10. April 1952 mit einem Flüchtlingsdarlehn selbständig. Er übernahm einen Lehrling und einen Gesellen. Arbeit gab es reichlich und weil der Pachtvertrag auslief, mietete er eine Werkstatt im Haus Herforder Straße 261.
Am 9. August 1952 heiratete er Margaret, eine geborene Martin aus Wanne-Eickel, die durch den Krieg nach Bockhorst evakuiert worden war. Mit seiner Selbständigkeit zog Fritz nach Bielefeld, wo er sich als Kunstschmied bald einen Namen machte. In den ersten Jahren hat er viele Kirchen in Bielefeld und im weiten Umland mit Kunstschmiedearbeiten beliefert, anfangs noch mit einem Handkarren. 1966 zog er um an die Friedrich-Wilhelms-Bleiche in Quelle, wo die Kunstschmiede noch heute ihren Sitz hat. In den 60er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der Schmiede auf die Bautätigkeit und Ladenbau, da Kunstschmiedearbeiten immer weniger nachgefragt wurden. Von 1981 bis 1993 war er Obermeister der Schmiedeinnung Bielefeld, wurde dann zum Ehrenobermeister ernannt.
Ende der 80er Jahre übergab er das Unternehmen an seinen Sohn Fritz II. Noch im hohen Alter ist Fritz Kummrow sehr sportlich, spielt Tennis und fährt Ski. Und er genießt seine Ruhestand, in dem er mit seiner Frau "bei Reisen um die ganze Welt viel Geld verkleckert", wie er amüsiert notiert. Fritz Kummrow wohnt heute mit seiner Frau im Bielefelder Ortsteil Quelle, wo er seit 1961 ein schönes Haus besitzt. Fritz und Margaret Kummrow haben zwei Söhne, Peter, geb. 25. August 1954, und Fritz II, geb. 10. März 1962.
Peter Kummrow studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft, lebte später in der Schweiz und kaufte sich im italienischen Nazano ein Weingut von 300 Morgen. Er ist mit Gabi Reupohl aus Bielefeld liiert und sie haben eine Tochter Theresa-Sophie, geb. 8. April 1992.
Sohn Fritz II hat im Unternehmen seines Vaters ebenfalls Kunstschmied gelernt und wurde 1988 in die Firmenleitung aufgenommen. Er vergrößerte den Betrieb auf 20 Angestellte und baute 1994 eine zweite Stahlbaufirma in Verden an der Aller, die heute 50 Angestellte hat. Fritz Kummrow II war in erster Ehe verheiratet mit Anja Kerker aus Bielefeld, mit der er eine Tochter Verena, geb. 25. Dezember 1990 hat. Diese Ehe wurde 1993 geschieden. Fritz Kummrow II heiratete am 18. August 1988 wieder, und zwar die Fabrikantentochter Christin Freitag aus Verden an der Aller. Die beiden haben zwei Söhne, Fritz Kummrow III, geb. 24. Februar 1995 und Justus Kummrow, geb. 23. Oktober 1996.
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